Sitzpolster

Eigenbau

Der Höcker, den ich im Winter 2005/06 verbauen wollte, hatte nur Moosgummi-Polster. Diese waren zwar noch in einem guten Zustand, aber ich wollte etwas edleres und langstreckentauglicher musste es auch sein. Also habe ich mal ein wenig überlegt, wie sich ein Eigenbau weitestgehend selber bewerkstelligen lässt.

Grundüberlegung

Der Höcker war schon fast fertig geschliffen für den Lackierer, sollte also sauber bleiben. Die Polster bei Bedarf auch mal auszuwechseln und das Soziuspolster stark genug, um ggfs. im Höcker einen Durchgriff zu nem Fach im Rahmen zu schaffen. Neuere Motorräder haben da alle ihr Staufach und da ich öfter mal ein wenig länger unterwegs bin und man auch mal Öl, Kettenspray und etwas Werkzeug benötigt, sollte dieses Fach rahmenfest im Heck verschwinden. Das Fazit war somit klar: zwei entsprechende Grundplatten laminieren und diese zum Sattler bringen.

Vorgehensweise

Zum Laminieren selber gibt`s jede Mange kluge Anleitungen im Netz. Da ich selber hier kaum Ahnung von habe, lasse ich die Erklärungen zu Harzen, Gewebeformen, Vorgehensweisen, Mischungsverhältnissen und Ähnlichem hier mal. Die benötigten Zutaten:

ca. 300 g Polyester Harz
Härter
je 3 Lagen GFK-Matte (hier Kreuzgewebe)
Pinsel, Spachtel, Schere
Isolierband
Küchenfolie
So sahen die Polster vorher aus. gewünschte Konturen abkleben (etwas Spiel lassen)   Küchenfolie leicht gespannt drauf ziehen und fixieren
  3 Lagen ausschneiden, überlappend   Lage für Lage laminieren (hier ist nichts gerollt, nur gedrückt und mit dem Spachtel glattgezogen)
  für das Soziuskissen ebenfalls die erste Grundplatte,
die Klebestreifen dienen dem leichteren Ausschneiden und wurden vor der Demontage aufgeklebt
Mit etwas dickerem Isolierband lassen sich die Schnittkanten wahrscheinlich auch gleich in das GFK prägen (Stand: 12.02.2006)

Als nächstes müssen die Platten eine Fixierung (Schrauben, Stifte, Bohrungen) erhalten. Hier sollte man ansetzen, bevor man die Platte löst, damit die optimale Passgenauigkeit zur Grundfläche des Höckers gewährleistet ist. Hier gibt`s unterschiedliche Möglichkeiten. Ich selber habe mir zwei Hülsen mit angeschlossener Tellerplatte gedreht und am Höcker einlaminiert. Die Länge sollte zwecks Haltbarkeit und Verschleißbeständigkeit ausreichend entsprechend der Dicke des Laminats sein. Die passenden Gegenstücke (ebenfalls mit stützender Tellerfläche) sind nachträglich an der Sitzgrundplatte für den Sozius anlaminiert (s.u.). Der Abstand der Hülsen untereinander sollte natürlich gewährleistet sein. Vorne habe ich die Platten erst einmal nicht verstiftet, da ich zum einen die tragende Struktur des Höckers dort nicht schädigen wollte und mir gerne auch noch 1-2 mm Spielraum zur Positionierung (vor/zurück) aufrecht erhalten wollte.

Die fertig laminierten Platten lassen sich gut mit der Trennscheibe am Dremel zurechtschneiden und am Besten mit der Flachbandschleifmaschine auf Endkontur bringen (s.u.)
 
fertig zurechtgeschnitten (Oberseite) fertig zurechtgeschnitten (Unterseite) Verstiftung der hinteren Polster
(Das Gegenteil wurde in die Bohrung am Höcker einlaminiert.)
 

Und ab mit den fertigen Platten zum Lederpolsterer. Ich habe ein eher seltenes Kunstleder (leichter Metallic-Effekt in schwarz) gewählt und 15 mm dicken, festen Schaumstoff. Mal sehen, was in einer Woche dabei herum kommt. Soll voraussichtlich 50,- € kosten.

4. März 2006: Die neuen Polster sind da! Der Höcker ist weitestgehend lackierfertig und da es eilt, habe ich den Ausschnitt für das Werkzeugfach erst einmal wieder verworfen. Der Sitzbankbezug ist von folgender Firma durchgeführt worden:

Lederwerkstatt
Hiltroper Str. 347
44805 Bochum
0234/85520
.      

FORTSETZUNG FOLGT... wenn der Höcker fertig lackiert ist.
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