Scheinwerferumbau

So manch einer will seinem Bike einen indivduellen Look geben, Gewicht sparen oder einfach nur die Lichtausbeute steigern. Umbaumaßnahmen an Beleuchtungseinrichtungen sind grundsätzlich möglich, aber bisweilen mit einigen Problemen verbunden.

Ein hilfreicher Link könnte auch folgender sein: http://www.motorroller-info.de/body_beleuchtung.html

Stand der Dinge im November 2003
Mein Ziel ist der Aufbau einer neuen Frontverkleidung mit DE-Scheinwerfern, im folgenden Stil

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Das erste Problem: einzelne Scheinwerfer dürfen - um auch später noch abgenommen werden zu können - nur mittig angebracht werden. Und sollten eine "ECE 50"-Kennzeichnung haben. Diese gibt's aber scheinbar nur mit mindestens 100 mm Durchmesser. Mein Fazit: definitiv zu groß!

Als Alternative boten sich mir die sehr kleinen DE-Scheinwerfer von Louis oder Heat Pro an (Katalog 2003, S. 565), die auch des öfteren in Streetfighter-Scheinwerfern verbaut sind. Für je knapp 40 ,- EUR (einmal Fernlicht, einmal Stand-/Abblendlicht) nicht billig, aber was soll's. Es gibt ja auch noch Ebay [16,50 EUR für ein nagelneues Teil ist mehr als fair ;-) ]


  Einige Maße:
L/B/H: 152 mm / 65 mm/ 88 mm
Durchmesser der Streuscheibe: ca. 65 mm
Glühlampen: 12V H3/55W
Bedingung: nur paarweise Montage zulässig
Fenlicht    

Im Netz wurde ich natürlich auch auf der Suche nach ein paar weiteren Bildern fündig:

Es gibt zwar diverse Anbieter von Montagehilfen (s. oben rechts), die einlaminiert werden, aber selber machen liegt mir mehr. Bei einem Preis von 35,-EUR pro Stück bei Heat Pro sollte das wohl auch machbar sein. Das Einzige, was ich noch nicht recht glauben mag, ist dass die Lichtausbeute zufriedenstellend ist. Und Kopfzerbrechen bereitet mir ebenfalls das eher platte Aussehen der Fornt der 90er Verkleidung. Da muss ich mir wohl entweder noch was einfallen lassen oder aber ein 91er Oberteil besorgen...

Mit dem ersten Scheinwerfer in der Hand lässt sich das Ganze schon ein wenig genauer planen:
   
Prinzip Abmessungen Moosgummi    

Da zwischendurch mal die Gabel anfing rumzusiffen und ich feststellen musste, dass ich aufgrund des Pfuschs eines der Vorbesitzer das Teil tatsächlich in die Werkstatt bringen musste, blieb schon mal Zeit, sich das ganze Gedönse hinter der Kanzel ein wenig genauer anzuschauen und in dem Atemzug auch gleich mal den Tachohalter ein wenig zu "überholen":

Weiter gehts:

Die vorgeformten Halter habe ich verworfen und statt dessen unkonventionell frei hand laminiert:

Gebastelt habe ich mit GfK und ein wenig Spachtel. Da ich mir den Aufwand von Formenbau und Ähnlichem ersparen wollte, habe ich erst mal die Löcher von hinten verschlossen, PU-Schaum drauf und grob vormodelliert. Danach ne Schicht Gips und alles schon mal grob beischleifen (ca. 1,5 mm unterhalb der Verkeidungskante der Scheinwerfer)

Im nächsten Schritt kamen 2 Glasfasergewebe und ein wenig Harz. Sinnvollerweise stützt man zu guter letzt den mittleren Teil zwischen den beiden Augen noch mal an der Verkleidung ab. Danach mit Spachtel saubere Übergange ziehen und schleifen, schleifen, schleifen!

Die Bohrungen für die Scheinwerfer habe ich nachträglich eingebracht, da ich so günstiger die Abständer der Scheinwerfer (welche in der originalen Trägerplatte drin hängen) einalten konnte. Mit Hilfe zweier Whiskey-Gläser vom passenden Durchmesser dann die "Augen" modelliert und noch mal ein wenig geschliffen. War aber mittlerweile zu faul, innen zu viel Arbeit zu investieren, was man bei ganz genauem Hinsehen auch sieht.

Ich habe die originale Trägerplatte der Doppelscheinwerfer des 90er Modells missbraucht und einfach mit Hilfe von Bohrungen und Schrauben die DE-Scheinwerfer dort befestigt. So bleiben die Dinger einstellbar, liegen versteckt beim Blick in die Kanzel und die Abstände seitlich und zum Rahmen hin passen auch ohne grosses Gefummel. Zum TÜV werde ich wohl erst gehen, wenn der Motor richtig läuft. Bis dahn schleppe ich sicherheitshalber nen Packen ABEs und Gutachten mit mir rum. Habe damals auch an meinem Heck selber rumlaminiert und da das nun mal auf der Basis von Original-Suzuki-Teilen war, hat der Prüfer eine Änderungseintragung für überflüssig gehalten. Ich gehe schwer davon aus, dass es auch vorne kein Problem sein dürfte, da die Scheinwerfer weiterhin einstellbar sind, ne Prüfnummer haben und keine tragenden Teile herausgenommen wurden.

Hat jetzt nach der Lackierung und nem Trip durch die Eifel, Belgien, Luxemburg, Moseltal, etc. bis heute rissfrei ca 1500 km gehalten. Ich denke, diese eher unkonventionelle Vorgehensweise vom Freihandmodellieren ist stabil genug.

     

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