Heckumbau

So manch einer will seinem Bike einen individuellen Look geben, Gewicht sparen oder einfach nur mal was Neues. Hier soll mal der Versuch beschrieben werden, auf Basis der Originalteile des Heck etwas umzugestalten. Zubehörteile sind nur Glasfasermatten, Epoxidharz, Spachtel, eine Stichsäge und ein kleines LED-Rücklicht. Und noch ein wenig Werkzeug wie Schere, Spachtel, etc. Hier der Schrieb. der den TÜV überzeugt (MS Word).

Grundüberlegung [2004]

Auf Basis der Originalteile und nur geringen Änderungsmassnahmen dürfte auch so der Gang zum TÜV kein Problem sein. Klar war von vorneherein, dass die Unterverkleidung samt Spritzschutz weg muss, die Seitenteile kürzer und ein neues, kleineres Rücklicht sowie ein paar Kellermänner her müssen. Ein bischen Retusche mit einem Bildbearbeitungprogramm half dann schon einmal zur ersten Orientierung.
das Original Idee 1 Idee 2 Idee 3 das gestrippte Heck

Zunächst einmal habe ich alles am Heck abmontiert, nen passenden Stecker aus nem alten Kabelbaum an das Rücklicht geschraubt und das ganze schon mal getestet.

Rechtliches...
...sollte man aufgrund von Beleuchtung, Splitterverhalten usw. auch ein wenig bedenken.

zum Nummernschild:
Die europäischen Anbringungsvorschriften entsprechen im Wesentlichen denen der deutschen StVZO, allerdings darf die obere Kante des Kennzeichens jetzt maximal 150 cm hoch liegen und die Neigung gegen Fahrtrichtung maximal 15° betragen. Die geometrische Sichtbarkeit muß praktisch unverändert 30° nach oben, 5° nach unten und jeweils 30° zur Seite betragen (93/94 EWG). Vorstehende Außenkanten, die Festigkeit oder die Vermeidung von Verletzungsrisiken sind in Vorschrift 97/24 EG, Kapitel 3 geregelt, wonach beispielsweise ein Mindestradius von Ecken und Rändern von 3 mm vorgeschrieben ist (gilt bei einer Gummi- oder weichen Kunststoffkante in der Regel als erfüllt) oder u.U. Abweiser zu montieren sind, die bei Berührung an der geraden Fläche vorbei leiten.

Kennzeichen müssen reflektierend sein, dürfen nicht spiegeln, weder verdeckt noch verschmutzt sein. Sie dürfen auch nicht mit Glas, Folien oder ähnlichen Abdeckungen versehen sein. Form, Größe und Gestaltung sind vorgeschrieben. Das Kennzeichen darf bis zu einem Winkel von 30 Grad in Fahrtrichtung von der Vertikalen geneigt sein. Seine Unterkante muss mindestens 30 cm über der Fahrbahn liegen. Der obere Rand des Kennzeichens darf, sofern die Bauart des Kfz es zulässt, nicht höher als 120 cm über der Fahrbahn liegen. Das Kennzeichen muss in einem Winkelbereich von je 30 Grad beiderseits der Fahrzeug-Längsachse stets lesbar sein. Hintere Kennzeichen müssen so beleuchtet sein, dass sie auf 25 m (reflektierende Kennzeichen auf 20 m) lesbar sind. Die Beleuchtungseinrichtung darf kein weißes Licht unmittelbar nach hinten austreten lassen. Reflektierende Kennzeichen sind nur an Kfz Pflicht, die ab dem 29.09.89 erstmals in den Verkehr gekommen sind oder aus anderem Anlass ein neues Kennzeichen erhalten.

Anschlussbelegung des Rücklichts (Shin Yo, auch bei Louis)
Anschlussbelegung des Rücklichts
grün = Masse
orange = Rücklicht
blau = Bremslicht

zu den Kellermann Micro 1000
-
ECE-typengenehmigt als hintere Fahrtrichtungsanzeiger
- geringes Gewicht trotz Metallausführung
-
Standardmontage in 8mm Bohrung
- perfektes Oberflächenfinish
-
innovatives, geschütztes Design
- leistungsstarkes Halogenlicht

Die Kellermann Micro 1000 Blinker sind nur als hintere Fahrtrichtungsanzeiger zugelassen und benötigen ein paar Widerstände, um die Blinkfrequenz zu senken. Erlaubt sind nur 60-90 Blinktakte pro Minute, die ohne diese Widerstände nicht erreicht werden können. Weitere Informationen zu Blinkern, Blinkrelais und Anforderungen sind hier und hier (gsxr.de-Forum) zu finden.


Vorbereitungen zur Kürzung
der Seitenverkleidung

Als nächstes kamen all die Verkleidungsteile wieder dran (inkl. einer alten Abdeckung), um ein paar Versteifungsstreben anzukleben und den ganzen Vorbau zu fixieren. Glasfaserspachtel hilft hier selbst auf unbehandelten Oberflächen wahre Wunder.

Markierungen vorne und hinten an den Seitenteilen angebracht und halbwegs gerade mit der Stichsäge abgeschnitten. Der Rest wird später geschliffen und auf einer planen Fläche auf Welligkeit kontrolliert.

Aus Alublechen lässt sich schnell eine geeignete Halterung für Nummernschild und Blinker basteln. Verwendet werden hier die hinteren originalen Haltepunkte des Rahmens, an welchen zuvor der Halter für den Spritzschutz bzw. die Heckinnenverkleidung befestigt war.Wie stabil und insbesondere schwingungssteif die Konstruktion ist, wird sich noch herausstellen. Was der TÜV dazu sagt auch ;-)
der schlanke und leichte, noch nicht angepasste Halter Nummernschildträger Verstrebungen Verstrebungen (der Höcker ist seitl. ebenfalls fixiert) Vorbereitung für das Rücklicht, mangels Harz mit Spachtelmasse

Laminieren

in Schritten

- zuerst die Seitenteile innen, auf der Trennung zum Höcker
- danach einpassen der Rücklichthalterung (verstärkt mit nem Blech)
- Verstrebung zur Versteifung einlaminiert
 
von innen von hinten ohne Höcker von der Seite ohne Höcker von hinten  

So kann nun der Höcker wieder abmontiert werden und die Seitenteile sind zur weiteren Bearbeitung besser zugänglich.
Bevor man nun anfängt, unten drunter zuzulaminieren, sollte man sich vergewissern, dass die Kanten der Seitenteile wirklich plan sind und auch nach vorne hin schon die richtige Flucht haben. Noch besser ist es, wenn die Endkontur stimmt, was bei mir natürlich noch nicht der Fall war.....

Ein weiteres Problem, was sich herausgestellt hat, ist, dass die am Rahmen angeschraubte Halterung innen hinten an den Seitenteilen des Hecks minimal anstösst und entweder an den Ecken gekürzt oder aber umgebaut werden muss. Ich muss da mal weiterschauen. Eine weitere Idee ist nun auch, den Teil der Seitenverkleidung, der am Rahmendreieck lang geht, ebenfalls zu kürzen, was allerdings sicherlich nicht ohne weitere Stabilisierungsmaßnahmen geht...Arrrgh, und putzen ist auch mal wieder dringend notwendig...

April 2004

Nach jeder Menge Schleifen, Spachteln, usw die erste Anprobe:
   

Leider ist immer noch einiges an Schleifarbeit notwendig und am Tank ist es auch noch nicht so bündig wie gewünscht, aber ich musste ja auch nebenbei mal wieder fahren und ausserdem soll der TÜV die Tage ja auch noch sehen, dass das Ganze auf Originalteilen basiert.

War heute (3.5.2004) erneut beim TÜV. Fazit: Originalteile, sauber gemacht = keine Probleme. Farblich sieht's zwar noch abenteuerlich aus, glatt auch noch nicht, aber dafür immerhin ein selbstgemachter Umbau und somit ein kleines Unikat ;-)

Die letzten Bilder folgen, wenn das Teil ganz fertig und lackiert ist!

August 2004 - das Ergebnis!
 
Das der rest farblich auch ncht so bleiben konnte, ist ja irgendwie logisch...
 

Leider haben die linke Seite über dem LiMa-Deckel und die kleine Ausbuchtung am Seitenständer schon wiederholt aufgesetzt.
Vor der nächsten Lackierung also in RR-Manier an der LiMA ausschneiden und die Ausbuchtung einfach mal beiziehen.

Frühjahr 2005

Das ursprüngliche Farbdesign wurde nun wieder verworfen und am Ende sah alles so aus, wie in der Bilderrubrik zum 7/11-Umbau gezeigt.

Herbst 2006

Ich habe zufällig den Käufer meines Hecks, welches ich dann im Frühjahr 2006 verkauft habe, getroffen und kann hiermit noch mal demonstrieren, wie das Heck in schwarz aus sieht.

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